Donnerstag, 24. März 2016

Wie Homosexuelle von Feinden zu Freunden wurden



Homosexuelle sind ...

... Menschen die wie Tiere, ständig an Sex denken. Sie gehen jeden Abend auf eine andere Party. So steigen sie mit immer neuen Jugendlichen ins Bett, und sorgen dafür, dass sich die Schwulen schnell vermehren. Ich habe deswegen allen Grund sie zu hassen. Sie bewegen sich und sprechen anders als "normale" Menschen. Entweder sind sie krank oder müssen ein Trauma erlebt haben, dass sie sich nur für das gleiche Geschlecht interessieren.


Der Prediger bezeichnet sie als Sünder. Wenn sie ihr Verhalten nicht ändern, wandern sie geradewegs in die Hölle. Gott hat Adam and Eva und nicht Adam and Stefan erschaffen. Sie können keine Kinder kriegen, also ist ihr Verhalten gegen die Natur.

Homosexualität ist Gott ein Greuel. Was man ganz klar an diesem jungen schwulen Mann in der Gemeinde sehen kann. Der rennt jedes Mal hinaus, wenn es um Sünde geht. Es wird einen Grund haben warum der Prediger ihn mitleidig als unser armer Schwuler bezeichnet.


Homosexuelle waren ...

... meine Feinde. Für mich war es unvorstellbar, ekelhaft und abstossend, dass zwei Männer miteinander Sex haben. Ich musste sie mir um jeden Preis vom Leibe halten. Als mich einer in der Bahnhofstoilette ansprach, brachte ich ein knappes "verschwinde sonst bist du tod" heraus. Wenn er mich berührt hätte, wäre er mindesten nicht mehr in der Lage gewesen, selber das WC zu verlassen.


Gerechtigkeit ...

... ist mir seit meiner Kindheit ein Anliegen. Zuerst wehrte ich mich ziemlich heftig, wenn ich weniger Schokolade als meiner Bruder abbekam. Später in der Schule setzte ich mich für Aussenseiter ein. Trotzdem dauerte es einige Zeit bis ich realisierte, dass Homosexuelle und im besonderen schwule und lesbische Christen ungerecht behandelt werden. So merkte ich, dass ich beiden ganz klaren und unmissverständlichen biblischen Aussagen von Predigern, Ältesten und Gemeinden zu anderen Antworten komme.


In der Bibel steht...

Laut Bibel ist es ein Greuel, wenn ein Mann einem Mann beiwohnt (3. Mose 18,22) oder Männer trieben mit Männern Unzucht und erhielten den ihren gebührenden Lohn für die Verirrung. (Römer 1,27). Der Fall ist klar und eindeutig. Wenn Homosexuelle Christ und erretten werden wollen, müssen sie ihr Verhalten ablegen. Da drüber braucht man gar nicht zu diskutieren. 

Für Menschen welche die Bibel 1:1, Wort für Wort in das heutige Leben übernehmen ist es somit sehr einfach. Sie nehmen diese Stellen und hauen damit wie mit einer Axt auf ihre abgefallenen Mit- und Nebenmenschen ein. Ich bin kein Theologe, weiss aber, dass man bei einem Lesen von Texten immer das Umfeld (gesellschaftlich, sozial, politisch etc.) berücksichtigen muss. 

Die paar wenigen Bibelstellen über die Homosexualität werden auch von namhaften Theologen durchaus kontrovers diskutiert. Sie sind doch nicht so glasklar und eindeutig, wie das viele gerne hätten. Es gibt so viele Arten die Bibel zu lesen und zu interpretieren wie es Leser gibt. Niemand von ihnen kann behaupten, dass seine Ansicht zu 100% dem Willen Gottes entspricht.


Leiden

Alle Homosexuellen, denen ich bis jetzt begegnet sind sprechen von einem Leidensweg. Mir ist niemand bekannt, der freudig gerufen hat: "Judihui, ich bin schwul - so schön!" Eine grosse Anzahl (vor allem Christen) durchliefen Lossprachen, Heilungsveranstaltungen, Seelsorge und Therapien die zwischen 1 und im Extremfall 30 Jahren dauerten. Sie haben Gott angefleht und sich die Knie blutig gescheuert. Trotzdem wurden sie nicht von ihrer Homosexualität erlöst. Ich kann und will nicht an einen Gott glauben, der Menschen aufgrund ihrer Veranlagung - Gefühle so leiden lässt. Er hat doch ein Interesse, dass wir ein gottgefälliges Leben führen. Für mich ist logisch, theologisch und menschlich nicht nachvollziehbar, dass Schwule und Lesben besonders leiden müssen, weil sie besonders (schlimm) gesündigt haben sollen.


Entscheidung

Wann hast Du Dich entschieden heterosexuell zu sein? Ich nie, denn ich bin es einfach. Für viele konservative Christen ist Homosexualität ein Verhalten oder eine Lebenseinstellung zu der wir uns (bewusst) entscheiden. Dem widersprechen aber unzählige Betroffene.  Die überwiegende Mehrheit erzählt, dass sie bereits in frühster Kindheit solche Gefühle in sich trugen. Es mag sein, dass ein paar von einem Vater- oder Mutterkomplex herstammen aber gleich alle in einen Topf werfen finde ich unrealistisch. Homosexualität ist für mich eine Veranlagung. 


Coming Out

Solange Homosexuelle kein Coming Out hatten dh. nicht offen zu ihrer Veranlagung stehen sind sie geachtete und akzeptierte Mitglieder in unseren Gemeinden. Sie übernehmen Verantwortung oft auch in leitenden Positionen.

Wenn sie sich nicht mehr verstecken und ihr Leben offen gestalten, werden sie von Heute auf Morgen untragbar. Die Monate, Jahre der guten Zusammenarbeit vor dem Tag X sind plötzlich nichts mehr wert. Es ist als legt man einen Schalter um von gut auf schlecht. Sie werden ermahnt, zur Seelsorge gezwungen, ausgegrenzt, verleumdet, verdammt. Zuerst hinter vorgehaltener Hand und Schritt für Schritt immer agressiver. 


Wenn sie Glück haben, sind sie in den Gemeinden nur noch geduldet, wenn sie sich zu einem zölibatären Lebensstiel entscheiden.

Werden Kinder missbraucht, interessiert das in der Gemeinde niemanden. Denn man sieht es in der Regel nicht. Steht ein homosexuelle empfindender Mensch zu seiner Veranlagung wird er behandelt als sei er ein Kinderschänder und Pädophiler.


Ich achte und respektiere einen Menschen. Seine Gaben und Fähigkeiten faszinieren mich. Für mich zählt der Charakter und nicht mit wem er gemeinsam in einem Bett schläft. Für mich ist nicht nachvollziehbar, dass gläubige Eltern ihre Kinder verstossen nur weil sie nicht ihren Vorstellung entsprechen wie ein richtiger Christ zu sein hat.


Ich hasse die Sünde und liebe den Sünder

Mit diesem Satz positionieren sich viele Christen und meinen sich damit gegen Homophobie abzugrenzen. Wenn ich einen Menschen liebe, dann voll und ganz. Dazu gehört auch die Art wie er sein Leben gestaltet. Wenn ich Homosexualität als Sünde hasse, dann auch den Menschen der dahinter steht. 

Homosexualität ist für mich keine Sünde. Die Art wie wir alle unsere (sexuelle) Veranlagung leben kann aber sehr wohl zur Sünde werden. Ich habe kein Recht einem gleichgeschlechtlichen Paar Vorschriften zu machen, die gemeinsam durchs Leben gehen. 

Vorurteile gegenüber Homosexuellen gibt es sehr viele. Eines der häufigsten ist, dass sie nicht fähig sind eine längere verbindliche Beziehung einzugehen. Wer bin ich um Menschen das abzusprechen? Ich habe kein Recht ihnen die körperliche Liebe zu verwehren.


Akzeptanz fordern aber keine leben

Ja es stimmt, Homosexuelle fordern, meiner Meinung nach immer noch zu Recht, mehr Akzeptanz. Christen gegenüber sind sie dabei aber mehrheitlich ablehnend und feindlich eingestellt. Bevor wir auf die Gleichberechtigung pochen, sollten wir uns überlegen von wo dieser Hass kommt. Ist er nicht zum grössten Teil selbst verschuldet? Haben wir sie nicht verurteilt, weil sie nicht zu 120% unseren Vorstellungen vom Glauben entsprechen? 


Ein Bibeltext zum Schluss...


In Matthäus 7,3 steht folgendes: Vom Richten 1 Richtet nicht, damit ihr nicht gerichtet werdet! 2 Denn wie ihr richtet, so werdet ihr gerichtet werden, und nach dem Maß, mit dem ihr meßt und zuteilt, wird euch zugeteilt werden. 3 Warum siehst du den Splitter im Auge deines Bruders, aber den Balken in deinem Auge bemerkst du nicht? 4 Wie kannst du zu deinem Bruder sagen: Lass mich den Splitter aus deinem Auge herausziehen! - und dabei steckt in deinem Auge ein Balken? 5 Du Heuchler! Zieh zuerst den Balken aus deinem Auge, dann kannst du versuchen, den Splitter aus dem Auge deines Bruders herauszuziehen.

Es ist doch erstaunlich, wie oft Bibelstellen ge- oder sogar missbraucht werden um die eigenen Sicht möglichst fromm zu verkaufen. Andere Stellen wie z.B. diese werden dabei oft übersehen oder bewusst ausgelassen. Wenn wir schon Menschen mit BIbelstellen messen, dann wäre es nichts als fair, wenn wir Gegenrecht walten lassen - und das mit Texten die sie und nicht wir auswählen.















Freitag, 22. Januar 2016

Gelten für Politiker nicht gleiche Regeln Lukas Reimann?


Wir haben nicht die Gleise überquert...
...sondern sind einfach bei einem Prellbock hingestanden, meinte der 2. Mann Herr Böhni, auf dem Foto mit Lukas Reimann. Das hat den beiden Ärger mit der SBB eingebrockt. Dazu stelle ich mir zwei Fragen: Können Privatpersonen beurteilen wann der Aufenthalt in Bahnanlagen, trotz Verbot, unbedenklich ist? Wann ist die Busse bei einer Übertretung Verhältnisblödsinn und sollte nicht weiter verfolgt oder toleriert werden?

Zur 1. Frage kann ich Auskunft geben, denn ich verfüge über eine Fahrdienstausbildung und diverse Kurse zur Sicherung von Arbeiten im Gleisbereich. Die 2. beantworte ich mit meinem Verständnis von Recht und Ordnung.


Ein Abstellgleis ist...
...sicher nicht gefährlich. Vor allem wenn die Gleise rostig sind und ein Signal drin steht.

Das mag zu 99% stimmen. Aber Regeln und Vorschriften sind nicht für diese 99% der Fälle erlassen worden, wo sich die Menschen daran halten. Genau um das eine Prozent, welches meint eine Gefahr einschätzen zu können, geht es. (Hinweis: Auf diesem Foto sind die Gleise nicht rostig, werden also regelmässig benutzt)

Was passierte, als ein junger Mann in Bern zu Tode kam, weil er auf einen abgestellten Zug stieg (Link)? Unter den zahlreichen Kommentaren wie: Geschieht im recht! Er hätte es wissen sollen, waren auch solche welche die Schuld bei der Bahn sahen. Zu wenig Warntafeln, zu wenig hohe Absperrungen waren die Argumente, mit denen man die Verantwortung der SBB zuschieben wollte.

Das kann man doch nicht vergleichen. Alle wissen, dass man auf abgestellte Bahnwagen nicht hochklettern darf. Das steht doch in keinem Verhältnis zum Foto von den zwei Politikern! 

Eins haben die zwei Fälle aber gemeinsam. Beide Male wurden Sicherheitsvorschriften und Verbote übertreten. Auch wenn es noch so ungefährlich aussieht, eine Privatperson kann eine Situation in einem Sicherheitsbereich (Bahnanlagen) nicht einschätzen. 


Was kann passieren...
...wenn man sich auf einem Abstellgleis aufhält? 
-  Auch ein verrostetes Gleis kann für Rangierbewegungen benutzt werden
-  Es wird nur eine S-Bahn abgestellt ist kein Argument, denn...
-  Das Abstellgleis kann zu jeder Tages- und Nachtzeit benutzt werden
-  Wenn ein Wagen abgestossen wird, rollt er ohne grosse Geräusche in ein Abstellgleis
-  Die Fahrt eines rollenden Wagen kann im Gleis schlecht eingeschätzt werden



Eine Regel ohne Strafe ist Verhältnisblödsinn...
...wenn eine Übertretung auf die Dauer akzeptiert  (und nicht gebüsst) wird, entwickelt sie sich zum Gewohnheitsrecht. Halten sich also auf dem Abstellgleis im Bahnhof Wil immer wieder Personen auf, und es kommt zu einem Unfall, wird die SBB gebüsst. Es ist meiner Meinung nur konsequent und richtig, dass auch prominente Politiker nicht ungeschoren davon kommen. Denn da würde ich mich als 08:15 Bürger Fragen: "Wo bleibt da die Verhältnismässigkeit?" Ich muss zahlen und er nicht? Denn eine Busse für ein Foto sei doch unverhältnismässig.

Wann eine Verstoss wie bestraft werden muss, entscheidet der Gesetzgeber und die Richter. Jedes Verbot (ob sinnvoll oder nicht) wurde aus einem Grund erlassen. Ob eine Busse Verhältnisblödsinn ist oder nicht, entscheidet nicht der Einzelne (Politiker)!


Ich bin persönlich betroffen...
...denn der Aufenthalt genau auf einem solchen Abstellgleis hätte mir fast das Leben gekostet. Einmal pro Tag wurde ein einzelner Güterwagen zur Firma verschoben. Aber genau an diesem Tag wurde dieses Gleis für eine zusätzliche Rangierbewegung benutzt. Ich habe 1:1 mitbekommen, wie ein Kind, das auf einem Abstellgleis spielte, von einer Lokomotive erfasst wurde. Mein Vater, auch Eisenbahner, erzählte mir von einem Fall wo er einen Mann betreute, dem auf einem ach so ungefährlichen Abstellgleis beide Beine abgefahren wurden. 





Montag, 18. Januar 2016

Wie ich als Mann Sexismus erlebe


Ich bin ein Mann, 47 Jahre alt und erlebe...

...jeden Tag Sexismus. Das fängt am Morgen an, wenn ich aus dem Haus gehe und hört auf wenn ich am Abend einschlafe. Zugegeben, oberflächlich gesehen bin ich nicht attraktiv. Gegen 50, übergewichtig, kein Haar und vor allem kein Geld. Das sind nicht Sachen auf die Frauen stehen. Trotzdem werde ich mit Sexismus konfrontiert und kann ihm nicht ausweichen, auch wenn ich möchte.


In der Werbung...

...scheint offensichtlich gar nichts mehr ohne Sex zu laufen. Ein Beispiel gefällig... Auf jedem (gefühlten) 2. Plakat räkelt sich ein weibliches Model und will mich animieren ihre Unterwäsche, einen Mixer oder den Deodorant zu kaufen mit dem sie, als Geschenk, frei Haus geliefert wird. Auch wenn meine männlichen Sexualhormone nicht durch Überproduktion glänzen, spreche ich doch auf visuelle Reize an und bin schwanzgesteuert. Das ist so ein Männerding. Darum kann ich mich auch nicht so dagegen abgrenzen wie ich gerne möchte. Oft verursacht mir diese ständige Reizüberflutung buchstäblich Kopfschmerzen.


Der ganz normale Alltag...

...ist: Wenn ein über 60jähriger Mann sogar Schulmädchen hinterher wiehert, 9 von 10 Witzen unter der Gürtellinie landen, Frauen als willenlose, zurückgebliebene Puppen dargestellt werden und Familienväter sich an Sexfilmen ergötzen in denen die Darstellerinnen ihre Töchter sein könnten. Ist es normal, dass Männer fremdgehen, nur weil ihnen beim blossen Anblick einer Frau die Hormonproduktion überkocht?

An der Arbeit gibt es vor allem zwei Themen: Die Sozialkompetenz und Führungsqualitäten der Vorgesetzten und Frauen in allen Stellungen. Wer da nicht mitreden will oder kann, hat die Aussenseiterrolle quasi abonniert.

Kommt noch Alkohol ins Spiel fallen die Hemmungen und das Niveau gleichermassen. Wenn ein Kollege sich überlegt, wie er möglichst preiswert zu einem Suff kommt, hat das für mich nichts mehr mit Genuss zu tun. Ich brauche keine Anweisungen wie: "An der Party spendierst du der Braut am besten ein paar Drinks zu viel, dann macht sie was du willst." Trotzdem muss ich sie mir anhören.

"Geile Frau, ein knackiger Arsch und Megatitten." Solche Sprüche sind normal. Auf meine Frage wie weit die Phantasie denn noch geht, erhalte ich die Standardantwort: "Schauen darf man(n), gegessen wird zu Hause." Ich schaue auch, würde aber nie so über eine Frau denken geschweige denn sprechen.


Bin ich konservativ, verklemmt...

...und prüde, wenn ich bei Frauen nicht gleich an Sex denke? Ich sehe sie als gleichberechtigte Partnerin und auf keinen Fall dem Mann untertan. Ich kann nicht nachvollziehen wie eine Frau als Lustobjekt wahrgenommen werden kann. Ein Spielzeug, das man(n) benutzt und danach in eine Ecke schmeisst?

Mir käme es nie in den Sinn, eine Frau zu begrapschen oder sogar zu bedrängen. Wir Männer wissen eigentlich ganz genau, was über eine normale Berührung hinaus geht. Grenzen respektieren ist keine Stärke von uns Herren. Sobald sich die Absperrstange gehoben hat, gibt es Verkehr ohne Ende und kein Halten mehr.


Ich bin kein Partygänger...

...meine Disco- oder Clubbesuche kann ich an zwei Händen abzählen. Trotzdem habe ich das Gefühl fast pausenlos mit Sexismus bombardiert zu werden. Finden wir echt keinen respektvollen und normalen Umgang zwischen Mann und Frau mehr? Ich bin der Meinung, jeder Mensch ist schön und jeder Mensch ist wertvoll. Er hat Respekt, Toleranz und Wertschätzung verdient.


Montag, 27. Juli 2015

Nach der Homo-Ehe heiraten wir unsere Hunde



Zuerst die eingetragene Partnerschaft...
...was die Homosexuellen aber eigentlich immer wollten ist das volle Adoptionsrecht und die gleiche Ehe wie Mann und Frau. Was folgt als nächstes, die Vielweiberei, die Heirat von Geschwistern und danach eheliche ich mein Haustier? Wenn wir dem nicht Einhalt gebieten, verkommen wir zu einem Land, in dem Sitte und Moral noch weniger zählt, als in Sodom und Gomorra (Link). Das sind zunehmend auch Argumente der christlichen Mitte und nicht nur von konservativen politischen Kräften aus dem rechten Lager.


Die christliche Ehe...
... und was darüber in der Bibel steht, wird oft als die einzig richtige und legitime Form des Zusammenlebens von Mann und Frau anerkannt. So wird homosexuellen Menschen das Recht auf eine Partnerschaft im Glauben - basierend auf Treue und Vertrauen verwehrt. Mit ähnlichen Begründungen wird diesen Paaren auch das volle Adoptionsrecht verweigert. Die Argumente werden allerdings in diesem Punkt anders formuliert.


Ein Kind braucht Mutter und Vater...
...ist die nachvollziehbare Argumentation der christlichen Mitte. Dabei werden aber die unzähligen alleinerziehenden Menschen unterschlagen. Auch Kinder die im Heim aufwachsen werden ausgeblendet. Was tut die EVP, was tun wir damit auch sie eine Mutter oder Vater haben?


Nehmen wir einmal an...
...ein Kind wird von einem gleichgeschlechtlichen Paar adoptiert. Die beiden haben mit anderen Menschen zusammen ein grösseres Haus gekauft in dem sie gemeinschaftlich wohnen und ihr Leben teilen. Dann könnten die Rollen des fehlenden Geschlechter auch andere Mitglieder dieser Lebensgemeinschaft übernehmen. In diesem Fall wäre das Hauptargument der EVP (Link) entkräftet.


Gibt es in einer Ehe...
...eine Garantie, dass die Kinder eine Mutter und einen Vater haben? Ich bin der Meinung nicht. Bei einer Scheidung kann der abwesende Elternteil niemals die Rolle so einnehmen wie es eigentlich für das Kind gut wäre. Also gibt es überhaupt keine Gewissheit, dass es Kindern in einer herkömmlichen (christlichen) Ehe besser gehen wird. Kann es nicht sein, dass homosexuelle Paare sogar besser für ein Kind sorgen können? Trauen wir diesen Menschen nicht zu, dass sie in der Erziehung nicht auch die Auseinandersetzung mit dem (fehlenden) Geschlecht einbringen können?


Die Homo-Ehe...
...ist nur ein weiterer Schritt der Homo-Lobby um an Kinder zu kommen. Somit wäre der Kreis wieder geschlossen. Ich persönlich bin mir meiner Position noch nicht ganz sicher. Wenn aber gleichgeschlechtliche Paare genau gleich von den Adoptionsbehörden durchleuchtet und befragt werden, wenn das Kindeswohl im Mittelpunkt steht, sehe ich immer weniger Argumente die wirklich dagegen sprechen. Ist es für ein Kind nicht besser bei zwei Müttern oder Vätern aufzuwachsen, als in einem Heim? In diesem Punkt sind wir aber noch nicht auf demselben. Ich wünsche mir aber, dass rein christliche Argumente dabei ausgeblendet werden. Es gibt unzählige jüdische, muslimische, hinduistische Kinder denen es gut geht.


Die eingetragene Partnerschaft...
...empfinde ich als Diskriminierung. Wenn Menschen in einer solchen Beziehung ein Bankkonto eröffnen, eine Wohnung mieten oder sich um eine Stelle bewerben müssen sie gezwungenermassen sogleich ihre sexuelle Veranlagung mitteilen. Das ist aus meiner Sicht unfair und nicht gerecht.


Auf rechtsstaatlicher Basis...
...sollte es meiner Meinung die Ehe für alle geben. Für alle gilt die gleiche rechtliche Form mit all ihren Rechten und Pflichten. Angst, dass auch Ehen mit Haustieren toleriert werden habe ich nicht. Aber es kann nicht sein, dass zwei Menschen benachteiligt werden nur weil sie homosexuell sind. Viele Christen blenden aber aus, dass wir in einem pluralistischen Staat mit Glaubensfreiheit leben. Das Wort Gottes und seine Auslegung ist nicht Gesetz. Auch wenn das einige so möchten. Aus meiner Sicht gibt es keinen Grund sich der (standesamtlichen) Homo-Ehe zu widersetzen. Trotzdem kämpfen einige Christen so dagegen an, als sei Gott selber bedroht.








Dienstag, 14. Juli 2015

Inside IS - wissen wie der islamische Staat wirklich funktioniert

Was stellen wir uns unter dem IS, islamischer Staat vor? Sind es muslimische Fundamentalisten die sich hauptsächlich mit Geiselnahmen und Enthauptungen beschäftigen? Warum brechen Menschen aus unserer Kultur alle Brücken ab und schliessen sich dem IS an? Ist es alleine der Glaube an Allah?

Solche und ähnliche Fragen stellen wir uns wohl alle, wenn wir die Berichte über die Greueltaten des IS lesen. Doch wer oder was steckt wirklich hinter dieser Bedrohung? Was ist wahr und was wird von Geheimdiensten und Medien aufgebauscht? Der deutsche Buchautor Jürgen Todenhöfer wollte es wissen und hat sich mit seinem Sohn und dessen Freund dorthin begeben wo noch kein nicht muslimischer, westlicher Journalist war, in das Gebiet vom islamischen Staat.

Selbst renommierte Nachrichtenmagazine blicken neidisch auf das, was dieser Mann erreicht hat. Er setzt sich seit Jahren intensiv mit der muslimischen Welt auseinander. Ohne sich auf eine Seite in dieser ewigen Auseinandersetzung zu schlagen analysiert er das Geschehen und deckt auf, was die USA oder der IS lieber verdeckt halten würden.  Er zeigt Lösungsansätze und Kompromissvorschläge auf, wo andere schon lange aufgegeben haben.

In den ersten Kapiteln wird die Entstehungsgeschichte des Islamischen Staates beleuchtet. Wer hat alles zu seiner Grösse beigetragen. Der Autor bleibt aber nicht an der Oberfläche kleben sondern sucht nach dem versteckten Warum. Im zweiten Abschnitt erfahren wir, wie der IS gerne wahrgenommen würde. Diese Sicht wird durch den Kontakt mit dem Konvertiten Abu Qatadah vermittelt. Der Deutsche wurde von höchster Stelle im IS zum Mittelsmann bestimmt, der die Aufgabe hat, das Morden und den Terror für Jürgen Todenhöfer (und uns) zu erklären.

Im weiteren erfahren wir, wie der Autor die Reise geplant hat. Ein Trip an einen Ort von wo Journalisten in der Regel nicht lebendig zurückkommen ist keine Pauschalreise aus dem Katalog. Die Beschreibung der Reise selber liest sich fast wie ein Abenteuerroman. Nur dass das die tödliche Wirklichkeit ist.

Als Abschluss druckt der Autor seinen offenen Brief an den Kalifen Abu Bakr al-Badhadi dem Führer vom IS ab. Darin analysiert er die Situation besser als jeder amerikanische Militärberater. Er lässt uns hinter die Kulissen des IS schauen und hilft uns zu unterscheiden was Terror und was der Islam ist.

Die Gewinne aus dem Buch fliessen volumfänglich der karitativen Stiftung Sternenstaub des Autors Jürgen Todenhöfer zu.


http://juergentodenhoefer.de/stiftung-sternenstaub/

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Montag, 6. April 2015

Gott ist ein Versager



Gott ist ein Versager...


...was löst dieser Satz in dieser aus? Hast Du diese Aussage schon einmal von einer Pfarrperson oder einem gläubigen Christen gehört? Ich nicht. Zu 99.9% lesen wir wie gross, gütig, liebevoll, sorgend und allmächtig er ist. In den Godstories erfahren wir wie viele Wunder er vollbracht hat.

Wenn wir etwas von Krisen, Zweifeln und Versagen hören, dann nur wie sie überwunden werden konnten. Der grösste Teil der Predigten läuft nach diesem Schema ab. "Ich hatte einmal ein Problem das mein Leben bestimmte. Gott hat mir das aufgezeigt und mich aus dieser Situation errettet. Nun habe ich es mit seiner Hilfe überwunden, und die ganze Sache ist gegessen.

Unsere Gottesdienste sind ein pausenloses aneinanderreihen von Erfolgsmeldungen. In manchen Events (Anlässen) wird das perfekt zelebriert. Mit Gott sind wir Sieger. Mit ihm sind wir unverwundbar. Scheitern, Aufgeben, Verzweifeln haben keinen Platz, denn Gott darf nicht versagen.


Gott darf nicht versagen...

...denn sonst versagt mein Glaube und ich dazu. Ich wage mal einen speziellen Vergleich: Was geht dir durch den Kopf, wenn ein neues Trainingsgerät angepriesen wird und dir ein Mensch ohne ein Gramm sichtbares Fett erklärt, dass er diesen Body nur mit 10 Minuten trainieren am Tag geformt hat? Ich bin skeptisch und traue der Sache sicher nicht. Wieviele schaffen sich aber das überteuerte Gerät an nur weil sie hoffen so am leichtesten ihre Pfunde zu verlieren?

Wie sieht es für einen Menschen aus, der mit dem Glauben absolut nichts am Hut hat, wenn ihm lauter Wundergeschichten erzählt werden? Was geht im durch den Kopf wenn er von Evangelisten hört, die den Menschen Heilung versprechen und teilweise sogar garantieren? Wie wirkt ein Arbeitskollge auf ihn, der ihn unbedingt zu einem Friedensgottesdienst einladen will, selber aber Muslimen und Homosexuellen indirekt den Tod wünscht? Könnte es sein, dass dieser "Ungläubige" dem Glauben kritisch gegenüber steht?


Gott schweigt, Christen können das...

...oft sehr schlecht. Für jede Lebenslage gibt es einen Bibelspruch, für jede Krise eine Lösung. Es gibt Krieg weil der Teufel die Welt beherrscht und der Mensch regiert, ist meiner Meinung die dümmste Erklärung warum Gott nicht eingreift. Ist es wirklich Gottes Wille, dass unschuldige Kinder mit Geburtsfehler auf die Welt kommen oder an Krebs erkranken? Es gibt viele Fragen die wir einfach so stehen lassen sollten, auf die es keine Antwort gibt. Gott kennt sie, trotzdem meinen wir Menschen sie für ihn beantworten zu müssen. Den grössten Eindruck bei meinen Eltern hinterliess ein Pfarrer der "zugegeben" hat, dass er im Glauben nicht alle Antworten gefunden zu haben.


Was, wenn Gott nicht...

...allmächtig und allwissend wäre? Nehmen wir einmal an, er ist (nur) der beste Rechtsanwalt, den es gibt. Wir übertragen ihm unser Leben. Er soll für Gerechtigkeit sorgen. Im Prozess verliert er aber unseren Fall. Anstatt Genugtuung für das ertragene Leid müssen wir die gesamten Kosten übernehmen. Ich würde mir einen anderen Anwalt suchen. Nun ist Gott aber Gott. Er versagt nie.

Mein Leben ist geprägt von täglichen Niederlagen, Scheitern und Versagen. In machen Bereichen sehe ich bis Heute keinen Fortschritt. Klar entwickle und verändere ich mich, aber mir fällt es ehrlich gesagt schwer, einen direkten Zusammenhang mit Gott herzustellen. So gesehen hat er in meinem Leben versagt.


Ich bin kein Glaubensheld...

...bin unstetig im Gebet und mein Vertrauen in Gott ist manchmal sehr klein. Vieles in meinem Leben möchte ich ändern und so wenig ist mir bis jetzt gelungen Manchmal habe ich den Eindruck, ich bin der Einzige der so am kämpfen und scheitern ist. Warum höre ich im christlichen Kuchen so wenig davon?


Menschen die trotz Krankheit...

...nicht aufgeben und kämpfen beindrucken mich viel mehr als Wunderheilungen. Christen, deren Gebete nicht erhört werden, aber trotzdem immer noch glauben und hoffen, sind für mich grössere Vorbilder als gesalbte Prediger. Der Umgang mit dem täglichen Versagen ist für mich wichtiger als die Überwindung im Glauben.

Die Predigt über ein geistliches, christliches Nirvana, dass ich irgend einmal vielleicht erreichen werde, ist für mich keine Inspiration. "Meint nicht ich bin besser als ihr. Glaubt nicht, ich habe das überwunden. Ich bin genau gleich am Scheitern und Kämpfen wie ihr." Dieser Satz eines Predigers habe ich bis Heute nicht vergessen.

  
Ever tried, ever failed. No matter. Try again. Fail again. Fail better
Immer wieder versucht, immer wieder versagt. Egal, versuche es weiter, versage erneut, versage besser






Mittwoch, 18. Februar 2015

Die Familieninitiative - ein richtiger Schritt doch mit welchen Konsequenzen?


Jetzt sind endlich einmal... 

... die Familien dran, meint meine Parteipräsidentin Frau Marianne Streif-Feller in unserer politischen Stierkampfarena. Dem stimme ich voll und ganz zu. Vor den Unternehmen, Verbänden und wer alles noch die hohle Hand macht, haben es ganz sicher die Familien verdient.  Doch bis jetzt konnte mir noch niemand erklären wie die rund 760 Millionen kompensiert werden sollen.


In Venezuela verspricht der Präsident...

seinem Volk immer mehr finanzielle Erleichterungen obschon die Staatskassen praktisch leer sind. Klar kann man dieses Land nicht mit der Schweiz vergleichen. Den Mechanismus meiner Meinung aber schon. Es wird etwas versprochen, was man nicht halten kann. 

Gut wenn die Initiative angenommen wird, müssen gewisse Familien in der Tat weniger Steuern zahlen. Dafür zahlen aber andere die Zeche. In der Regel sind das Gruppen und Menschen die keine Lobby haben und sich noch weniger wehren können. Denn die bringen keine Wählerstimmen ein.


Politiker denken...

...meiner Meinung (zu) oft nur bis zum Ende ihrer Amtsperiode und wie sie eventuell wiedergewählt werden können. Wer kann z.B. mit gutem Gewissen die Atomenergie gut heissen, wenn er an die zukünftigen Generationen denkt, die mit unserem Müll leben müssen? 

Mit den Finanzen ist es sehr ähnlich. Wir geben das Geld aus. Nach uns die Sintflut, so wird das Loch in der Kasse wenigstens mit Wasser gefüllt.

Die Politik hat sich geweigert auf den Entscheid wegen der Unternehmenssteuerreform zurück zu kommen. Dem Staat entgeht darum einiges an Einnahmen. Aber das ist gewissen Menschen anscheinend vollkommen egal. Das oberste Ziel ist, wie kann ich und meine Wähler möglichst viel an Geld (und Macht) dazu gewinnen.

Der Staat soll mit immer weniger Mitteln immer mehr leisten. Das kann nicht gut gehen. Eigentlich sollten wir es wissen, denn wir (Angestellte und Arbeiter) erleben das täglich an der Arbeit. 


Ein Gewinn oder Verlust...

...das ist hier die Frage, Erst kürzlich wurde aus einem budgetierten Gewinn ein Verlust. Einfach so und niemand weiss genau warum. In der Privatindustrie würden Köpfe rollen, nicht so in der Politik. Es wird eine Schuldenbremse eingeführt nur damit sie umgangen werden kann. Es werden Steuererleichterung versprochen ohne vorher zu überleben wie sie kompensiert werden.

Solange nicht einmal ein Wort über die Finanzierung gesprochen wird, werde ich keiner Initiative zustimmen. Egal zu welchem Thema und egal von welcher Partei. 

Ich ändere meine Meinung aber sehr gerne sobald mir jemand erklärt wie die Familieninitiative finanziert wird. 


Sonntag, 28. Dezember 2014

In der Bibel steht du sollst jemanden damit erschlagen

In der Bibel steht...

Mit dieser Argumentation werden Menschen von Christen verletzt, verurteilt und verdammt. Dabei bleibt die Achtung vor dem Gegenüber oft auf der Strecke. Wer es wagt nur ein Wort der Bibel in Frage zu stellen ist ein Sünder, vom Teufel und verdammt dazu in der Hölle zu landen. Menschen welche die Bibel 1:1 in die Gegenwart übernehmen, fühlen sie sich in ihrer Existenz bedroht.

Sie sind überzeugt, dass ihre persönliche Ansicht die Bibel zu verstehen die einzig richtige ist. Ich bin der Meinung, dass es so viele Wege gibt die Bibel zu interpretieren wie es LeserInnen gibt. Niemand von uns kann behaupten, dass sein Weg der richtige ist.

Warum muss ich mein Gegenüber unbedingt davon überzeugen, dass seine Ansichten falsch sind? Ich haue ihm die Bibel um die Ohren und übersehe dabei, dass seine Wangen schon vorher mit Wunden übersät sind. Ich verdamme seine Art zu leben und sehe nicht, dass es der einzige Weg ist wie er überleben kann.

Selbst in der Justiz wird das Gesetz in manchen Fällen nicht 1:1 umgesetzt. In der Rechtssprechung gibt es „Umstände und Präzedenzfälle“. Nur die Bibel lässt überhaupt keinen Interpretationsspielraum zu??? Wer ihr widerspricht ist (übertrieben gesagt) zum Abschuss freigegeben. Mit dem Buch der Bücher wird auf sogenannte Sünder eingedroschen bis sie so verletzt sind, dass sie vom Glauben gar nichts mehr wissen wollen!

Ich habe verschiedene Kirchen und Freikirchen als Besucher, Teilnehmer und Mitarbeiter erlebt. Die Mehrheit der Menschen suchen Gott von ganzem Herzen und finden in der Gemeinde einen Weg ihren Glauben so zu leben.

Ich erlebe aber in diesen Kreisen auch Hinterhältigkeit, Lüge, Verrat, Verdammung. Im Unterschied zu der Welt geschieht es im Verborgenen, hinter vorgehaltener Hand und oft „im Namen der Bibel"

Für meine (wohlverdienten) Kritiker: Ich werfe nicht alle Christen in einen Topf und stelle auch nicht die Bibel in Frage. Obschon ich viele unbeantwortete Fragen zu diesem Buch habe. Ich verhalte mich teilweise auch nicht besser als die Menschen über die ich in diesem Post schreibe. Was ich aber sicher nicht mache ist, meinem Gegenüber mit der Argumentation "In der Bibel seht" zu überzeugen, dass er falsch liegt und ich recht habe.




Sonntag, 7. September 2014

Die Armee, die Schusswaffe und die Schweiz

Eine Schweizer Armee von mindestens…
…300’000 Mann, hochmodernen Waffen, das beste Kampfflugzeug der Welt und eine Ausbildung am Luftgewehr für alle Kinder ab 8 Jahren als Pflichtfach. Das wünscht sich ein hochrangiger Militär a.D. könnte man meinen, wenn man seiner Festrede zum Jubiläum eines Schützenvereins zugehört hat oder wie ich zuhören musste.

Die Partei demontiert die Grundwerte…
…der Schweiz. Sie richtet sich gegen alles was uns zu unserem geliebten Vaterland machte.  Der Name dieser Partei wurde nicht genannt. Es wussten aber alle, dass die SP gemeint ist. Genüsslich wurden alle politischen Niederlagen aufgezählt und wie die Armee gesiegt hat. Den Erfolg der Abstimmung gegen das Kampfflugzeug Grippen erwähnte man natürlich nicht.

Das Gesetz sei Schuld dass…
…einige Schützenvereine schliessen mussten. Sie haben kein Geld und werden von den Gemeinden im Stich gelassen. Darum konnten sie die  Lärmschutzmassnahmen und die Sanierung der munitionsversuchten Boden nicht bezahlen. Alle anderen müssen die gesetzlichen Bestimmungen einhalten und den verursachten „Müll“ fachgerecht entsorgen. Besteht tatsächlich die Meinung, dass der Schiesssport davon ausgenommen werden soll? Diesen Eindruck hatte ich…

Nachwuchsprobleme…
…haben auch die Schützenvereine. Seit die wehrpflichtigen Männer nicht mehr Mitglieder eines Vereins sein müssen (nur um das Obligatorische zu schiessen), kämpfen viele mit finanziellen Problemen. Als die Lösung für all diese Schwierigkeiten seien Kinder ab 8 Jahren das Schiessen mit Luftgewehren schmackhaft zu machen. Mir ist schon ein bisschen unwohl, wenn ich mir vorstelle, dass Kinder den Umgang mit einer Waffe lernen sollen. Verantwortungsvolles Handeln beginnt in der Erziehung und nicht als Waffenbesitzer.

Ich wohne direkt neben einem Schiessstand…
…und der Betrieb stört mich überhaupt nicht. Die baulichen Massnahmen reduzieren den Lärm auf ein erträgliches Minimum. Der Verein gibt die Daten ein Jahr vorher bekannt - und am Sonntag wird (zum Glück) nicht mehr geschossen. Es geht also, wenn man(n) will. Es ist aber einfacher über die kleinen extremen Gruppierungen zu jammern die den Schiesssport „komplett“ verbieten wollen.

Die Schweiz ist keine…
…Militärdiktatur. Wir haben das Glück, in einer Demokratie zu leben und unsere Meinung frei äussern zu können. Dazu gehört für mich, dass man andere Standpunkte respektiert. Gewisse Militärpersonen haben aber meiner Meinung Mühe damit. Menschen die nicht in ihr Denkschema passen werden nicht selten als Landesverräter gebrandmarkt. Es gibt bei Gott noch andere Grundwerte als die Landesverteidigung mit der Waffe.


Sonntag, 3. August 2014

Der Schmerzverteiler - müssen wir in der Zukunft leiden?

Nein, das kann nicht sein. Vor mir liegt ein Mann auf dem Boden. Sein Körper ist unnatürlich verkrümmt, die Augen sind so verdreht dass man nur doch das Weisse sieht und es tritt roter Schaum aus seinem Mund. Er atmet nicht, sondern röchelt in kurzen schmerzvollen Stössen. Solch Symtome kenne ich nur noch aus den Geschichtsbüchern, zur Zeit als den Menschen noch keine Schmerzverteiler implantiert wurden. Damals hatten wir noch gelitten. Seit es die HIM Karten gibt, hat all das ein Ende. Sie gewährleisten eine effiziente ONLINE Verteilung. Wir sind noch effizienter und produktiver geworden. Selbst nach grösseren chirurgischen Eingriffen, können wir das Spital bereits am Abend wieder völlig schmerzfrei verlassen.

Die Vitalfunktionen werden schon länger automatisch überwacht und ONLINE dem Zentralcomputer Gesundheit übermittelt. Seit sich die Politiker im letzten Jahr endlich über die Schmerzverteilung einigen konnten, geht es uns allen viel besser. Leukämie, MS oder Aids beanspruchen unseren Körper nicht mehr, als eine harmlose Grippe. Wir tragen unseren Anteil am Leiden der Menscheit solidarisch. Alle 3 Monate erhalten wir eine Dosis Schmerzen verabreicht. Mir macht das gar nichts aus. Im Gegenteil, ich geniesse den Tag zu Hause. Die Menge der zugefügten Schmerzen errechnet der Computer individuell nach unserem ONLINE Protokoll.

Darum verstehe ich nicht, was das hier soll. Der Mann scheint eine tausendfache Überdosis zu erhalten. Seine HIM Karte blinkt nicht nur, wie an einem normalen Schmerztag. Nein, sie leuchtet so hell, dass ich die Vitalfunktionen auf dem Display an seinem Hinterkopf nicht mehr ablesen kann. Das ist viel mehr als ein OFFLINER zu dem ich als Sanitäter gerufen wurde. Aber was soll ich machen? Unsere Einsatzwagen sind nur noch mit Schnellladegeräten, Akkus und Ersatzkarten ausgerüstet. Kurz auf Standbye schalten, einen neuen Chip rein und fertig, mehr ist nicht möglich. Mit einem solchen Fall müsste ich eigentlich direkt zum Zentralcomputer fahren. Ich versuche es trotzdem und hänge den Leidenden an die mobile Rückführungsstation im Auto an.

Doch etwas hält mich ab, den Reintegrationsprozess zu starten. Seine Augen - zwischen den einzelnen Schmerzschüben klart sein Blick auf und er sieht mich mit seinen grossen, sanften Augen an. Nach einem besonders heftigen Anfall ist er plötzlich völlig klar und spricht mit leiser aber fester Stimme: ¨Bitte nicht.¨

¨Gibt es Probleme Markus? Die HIM-Karte müsste schon lange wieder ONLINE sein?¨ Die Zentrale hat meine 15 Sekunden Abweichung von der SOLL-Rettungszeit bereits bemerkt. ¨Der Schnelllader bockt mal wieder. In ein paar Minuten sollte ich die 1924071 aber wieder am Schmerzveteiler angehängt haben.¨ Der Mann entzieht mir seinen Arm und zieht das angehängte Übertragungskabel aus der Buchse an seinem linken Handgelenk.

¨Verdammt was soll das? Wenn ich ihre Karte nicht innerhalb der nächsten Minute ONLINE bringe, wird sie gesperrt. Ihre PIN- und PUK-Nummern verfallen und ihre Vitalstimulatoren werden in den nächsten 24 Stunden abgeschaltet. Danach wird ihre komplette Hirnkontrolle von der Gesundheitsüberwachung übernommen. Wollen sie das? Geschweige denn vom Ärger den ich bekomme. Diesen Monat habe ich bereits eine HIM-Karte wegen Magnetstörungen verloren. Noch eine und ich bin meinen Job los.¨

Er tastet nach der Abdeckung für die Karte, entnimmt sie seinem Kopf und drück sie mir in die Hand: ¨Da nehmen sie sie. Ich habe sie gehackt. Sie werden eine Belohnung erhalten. Für die Ergreifung eines Gefühlmanipulators wird ihnen mindestens 3 Jahre völlige Zufriedenheit geschenkt. Wenn man sich aber dem kollektiven Schmerzbewusstsein entzieht, so wie ich, wird man in der Regel mit dem schmerzlosen ewigen Tode bestraft.

Ich habe jahrelang für meine echten Empfindungen gekämpft. Doch ich wurde gezwungen mich anzupassen. Die ganzen bitteren Pillen zum steigern meiner Effizienz und dämpfen meiner Emotionen habe ich geschluckt, jede einzelne. Trotzdem wurde ich immer wieder angezeigt, weil meine Art zu Denken und zu Fühlen nicht der Norm entsprach. Weil ich nicht in der Psychiatrie enden wollte, blieb mir keine andere Wahl, als meine Empfindungen komplett abstellen zu lassen.

Die Schmerzen werden bekanntlich über die HIM-Karte gesteuert. Mir gelang es, sie zu manipulieren. Darum kann ich nun wieder meinen eigenen Körper spühren. Es ist das einzige wahre Gefühl, welches mir noch geblieben ist. Ich will jeden Tag neu erleben, mit allem was dazu gehört. Mein Glück und mein Leid gehören mir. Ich kann meine Timeline höchstens teilhaben lassen. Aber teilen will ich meine Empfindungen nicht. Ich bin kein Roboter mit einem menschlichen Gehirn als zentrales Steuerungsorgan. Die Manipulationen an meiner HIM-Karte blieben bis Heute 5 Jahre lang unentdeckt. Es war die beste und tiefgründigste Zeit meines Lebens. Ich hätte wissen sollen, dass die Funklöcher stärker überwacht werden. Sonst hätten sie mich nicht gefunden. ¨

¨Was ist nun mit deinem Schnelllader Markus? Die HIM-Karte hat sich noch immer nicht mit dem nächsten Sendemast verbunden.¨ Die Einsatzleitung unterbricht unser Gespräch abrupt. ¨Ich weiss, leider konnte ich sie nicht retten. Die Hochspannungsleitung hat die Übertragung gestört.¨ ¨Das muss ich melden. Dir ist schon klar, was das für dich heisst? Du wirst in die Kartenproduktion strafversetzt. ¨ Ich stelle das Funkgerät ab und schaue den Mann an: ¨Wie viele Karten können wir kopieren, bis ihre gesperrt wird?¨

Sonntag, 15. Juni 2014

Christliche Seelsorge kann töten


Du musst...
...deinem Täter vergeben. Ist ein Satz der Andrea von ihrem Seelsorger an den Kopf geworfen bekam. Eine Frau, die mehrfach vergewaltigt und missbraucht worden ist und erst am Anfang ihrer Aufarbeitung steht. "Also halb so wild, du gehst heil und nicht kaputt." Sagt der Prediger und Seelsorger dem jungen Mann, der ihm einen Brief geschrieben hat, dass er sich das Leben nehmen wird. Das sind zwei Beispiele die ich aus erster Hand kenne. Bei Gesprächen im Bekanntenkreis erhalte ich erschrecken viele ähnliche Rückmeldungen.



Geht es in der Seelsorge um...
...den Menschen, um die Kirche oder Gott? Der Glaube und Bibelstellen in Hülle und Fülle werden oft als die (einzigen) Mittel zur Überwindung der Krise empfohlen. Als Ursache ist der Teufel immer noch sehr beliebt. Ich frage mich ob eine Therapie oder Beratung überhaupt sinnvoll ist, wenn das Ergebnis und der Weg dazu bereits festgelegt ist.


Entschliesst sich ein homosexueller Christ...
...zu einer Beratung, dann steht für den Therapteuten oft die Veränderung der sexuellen Orientierung im Vordergrund und nicht der Mensch als Ganzes. Die häufigsten Gründe für die (angenommene) Fehlentwicklung sind: Sexueller Missbrauch als Kleinkind, eine gluckenhafte Mutter und ein abwesender oder übermächtiger (gewalttätiger) Vater.


Der Seelsorger hat immer Recht...
...denn er steht im direkten Kontakt mit Gott und gibt (nur) weiter, was er von ihm "erhalten" hat. Wenn jemand mit ihm Gott im Rücken argumentieren kann, wiederspricht man dem Herrn in der Regel nicht. Die Abhängigkeit Therapteut - Klient besteht sicher auch in der klassischen Beratung. Im christlichen Umfeld ist sie aber meiner Meinung nach viel ausgeprägter.


Christliche Seelsorge kann töten...
...wenn Menschen mit psychischen Problemen nicht an eine Fachperson verwiesen werden. Die Aufarbeitung eines sexuellen Missbrauchs gehört für mich nicht in den Bereich einer allgemeinen Seelsorge. Wenn ein homosexuell empfindender Christ eine existenzielle Sinn- und Lebenskrise bewältigen muss, geht es um viel mehr aus (nur) um seinen Glauben.

Wo hört die Seelsorge auf? in den Augen einiger Menschen überhaupt nie, denn für Gott ist nichts unmöglich. Was dazu führt, dass ernsthafte psychische Probleme mit der Bibel statt mit fachlicher, medizinischer Hilfe angegangen werden. Die christliche Seelsorge hat ihre Grenzen. Diese werden aber oft nicht erkannt oder noch schlimmer ignoriert.


Niemand zu klein, ein Seelsorger...
...zu sein. Die Berufsbezeichnung Seelsorger & Berater ist nicht geschützt. Die Qualität, Kompetenz und Objektivität wird von niemandem überprüft. Es gibt unterdessen ein umfangreiches und zum Teil sehr gutes, profesionelles Angebot an Seelsorgeschulungen. Die Bandbreite ist aber unüberschaubar. Sie reicht von einem selber gestrickten Kurs in einer Freikirche hin bis zu mehrjährigen Ausbildungen.


Christliche Seelsorge...
...kann Leben retten. Aber sie hat ihre Grenzen. Diese sollten erkannt und respektiert werden. Einen Menschen zu einer ausgebildeten Fachperson schicken, heisst nicht dass der Glaube oder Gott versagt haben. Vielleicht ist ein Bibelspruch oder die der christliche Stanpunkt in einer Problematik nicht die Lösung.  Die psychlogische Fachberatung und die Seelsorge schliessen sich einander nicht aus. Es gibt durchaus ein Nebeneinander. Wenn sich dessen mehr Seelsorger bewusst sind, gibt es weniger Seelsarger.


Wäre eine Lösung...
...eine Art Ehrenkodex? In dem sind gewisse Grundlinien festgelegt. So können die Hilfesuchenden eine gewisse "Qualität" erwarten.

Montag, 3. März 2014

Was ist eine gerechte Strafe (für Carlos)?

Beim Wort Sondersetting...
...geraten einige von uns in Rage und andere finden es gut. Die meisten sind sich einig, dass es zu teuer ist, und viele können nicht verstehen warum ein Straftäter so belohnt wird. Wir empfinden Sympathie für das Opfer und Hass für den Täter. Es geht mir nicht um die Opferhilfe, die in der Schweiz den Namen nicht verdient und die Tätertherapie welche in einigen Fällen voll ausgeschöpft wird. Ich dürfe das eine mit dem anderen nicht vergleichen, wurde mir vorgeworfen. Es gibt jedoch etwas, was das Opfer und den Täter miteinander verbindet, die Wiederherstellung der Gerechtigkeit und darüber schreibe ich auf, was mich bewegt.

Es gibt keine Gerechtigkeit...
...nichts in der Welt kann eine verletzte Seele heilen. Wenn ein Kind missbraucht worden ist, dann trägt es dieses Tatoo sein ganzes Leben lang. Es gibt Täter, die bis zu ihrem Tod nicht einsehen, was sie ihm angetan haben. Jedem Menschen geschieht Unrecht. Gefühlsmässig wollen wir die Waagschale die runter donnert hochstemmen, damit sich Recht und Unrecht wieder die Waage halten. Doch Opfer sind dazu selten alleine in der Lage. Kann unsere Rechtssprechung die Gerechtigkeit wieder herstellen?

Eine Strafe die nicht schmerzt...
...ist ungerecht. Warum erhält ein Gewalttäter eine Rundumbetreuung mit Wohnung, Arbeit, Freizeit inkl. Betreuung? Er muss doch bezahlen für den Schmerz welcher er dem Opfer zugefügt hat. Doch wie teuer kommt eine Vergewaltigung einen Täter zu stehen? 1, 2 Jahre oder lebenslänglich? Wie wäre es mit: solange wie das Opfer in Therapie ist plus noch eine Übergangszeit von ein paar Monaten? Es gibt keine gerechte Strafe, wie hoch sie auch ausfallen mag.

Wir müssen sehr aufpassen...
...das wir mit unserem Wunsch nach Gerechtigkeit nicht selber zu TäterInnen werden. Wenn wir Täter verfolgen, ihnen nachstellen, sie terorrisieren, sind wir nicht besser als sie selber. Dann verraten wir die Werte, welche wir eigentlich schützen wollen.

Vor allem Politiker...
...links von der Mitte wehren sich gegen eine "harte" Rechtssprechung und betonen vor allem die Wiedereingliederung der Täter in die Gesellschaft. Macht ihn aber eine harte Strafe zu einem besseren Menschen? Hält es ihn davon ab, beim nächsten Mal nicht wieder Unrecht zu begehen? Noch sind wir zum Glück nicht so weit, dass wir Verbrecherhirne umprogrammieren können. Aber welche Strafen sind am effizientesten, ich weiss es nicht.

In den USA...
...können Gerichte mehrmals lebenslänglich verhängen. Als Folge davon sind die Gefängnisse hoffnungslos überfüllt. Aber auch in diesem Land kann man nicht wirklich von einer fairen und gerechten Justitz sprechen. Es werden z.B. prozentual viel mehr Farbige zum Tod verurteilt als Weisse.

Unser Gefühl...
...sagt uns, dass Carlos zu wenig hart bestraft wurde. Gefühle sind einzigartig, persönlich und individuell. Die Rechtssprechung ist oder sollte aber für alle Menschen gleich sein. Darum ist eine "für alle" gerechte Strafe nicht möglich.

Es hat für mich keinen Sinn...
...über die höhe des Strafmasses nachzudenken. Ich konzentriere mich lieber auf die Opferhilfe und setze mich dafür ein, dass sie verbessert und ausgebaut wird. Denn eigentlich wollen wir doch alle nur das eine. Dass es den Opfern besser geht.


Samstag, 18. Januar 2014

Die SBB wird immer geldgieriger - FABI ist erst der Anfang

Wir zahlen ohne Ende...
...auch mit FABI (Finanzierung Bahninfrastruktur) wird das Bahnfahren teurer. Die SBB will mit diesem Fond einen Haufen Geld über das sie alleine verfügen kann. Das Parlament hat kein  Einspracherecht mehr. Diese Mittel öffnen Tor und Türe für nice-to-have Bahnwünsche. Das sind die Argumente der Gegner welche hauptsächlich aus der Gegend der Autoindustrie, ACS, TCS, Erdölindustrie und Gewerbeverband) sowie dem rechten Flügel der Politik (SVP, EDU) stammen. Auf diese Argumente, Ärger und Ängste will ich in meinem Post so gut wie möglich eingehen.


Es geht nicht um die SBB...
...alleine. Es betrifft die ganze Schweiz, den öffentlichen Verkehr und auch die Strasse. Damit die Lastwagenfahrer mehr Platz haben, ist es nötig, dass der ÖV attraktiv und leistungsfähig bleibt. Was wäre wenn wegen grossen Verspätungen, häufigen Ausfällen und schlechten Zugverbindungen die Mehrheit auf die Strasse ausweichen würde? Mit FABI erhält der ÖV die Mittel, die Infrastruktur nachhaltig zu unterhalten und auszubauen.


Der ÖV ist ein Fass...
...ohne Boden. Der schlechte Zustand der Bahnhöfe, Signale, Weichen und Gleise hat die SBB (bzw. der ÖV) selbst verschuldet. Eine Wurstfabrik kann nicht von der Gemeinde verlangen, dass die öffentliche Hand ihre Fabrik finanziert, und sich dann nur noch um das Fleisch am Knochen kümmern.


Die Bahninfrastruktur...
...wird in keinem Land der Welt (ausser der USA) von den Unternehmen alleine finanziert. Einen gut funktionierenden ÖV liegt im Interesse des ganzen Landes. Die Bahnen in der Schweiz sind alleine nicht in der Lage, das notwendige Geld aufzubringen. Wird FABI abgelehnt, werden keine Ausbauprojekte realisiert. So wird es zu mehr Ausfällen und Verspätungen kommen. Die Bahn verliert zunehmend an Attraktivität


Warum werden die Billettpreise trotzdem...
...teurer? Jahr für Jahr wird mein Strecken- oder Generalabonnement teurer. Warum soll ich für überfüllte und dreckige Züge mehr bezahlen?


Der Billettpreis alleine genügt...
...nicht um den Bahnbetrieb zu finanzieren. Neben den Kosten für die Infrastruktur fällt noch einiges mehr an. Die ganzen Züge, der tägliche Betrieb (Fahrplan, Reinigung/Abfallentsorgung, Sicherheit etc.) und diverse weitere Aufgaben werden u.a. durch den Billetpreis beglichen. Ein wichtiger Faktor spielt dabei auch das Parlament. Die Benutzung der Gleise kostet Geld (Trassenpreise). Diese werden durch die Regierung und nicht durch die Bahn festgelegt. Die Kosten muss die Bahn z.T. an die Kunden weitergeben. (Die Transportkosten der Lebensmittel werden auch auch die Preise geschlagen).


Die Strasse finanziert...
...die Schiene. Die Gegner stören sich, dass mit der Mineralölsteuer die Konkurrenz der Autos und Laswagen finanziert wird. Sie sind der Meinung, dass der grössere Teil (wenn nicht der ganze Betrag) für den Ausbau des Strassennetzes verwendet werden muss. 


Die Solidarität macht...
...die Schweiz aus. In der AHV, den Krankenkassen, bei finanzschwachen Kantonen funktioniert das sehr gut. Wir sind ein Land. Wenn es jemandem schlecht geht, geht es der ganzen Schweiz schlecht. Alle leisten ihren Beitrag dazu. So auch bei FABI. Die Mineralölsteuer finanziert die Schiene nicht im Alleingang. LSVA, Mehrwertsteuer, allgem. Bundesmittel, Fahrkostenabzug, Kantonsbeitrag, Mehrwertsteuer-Promille (befristet) und Trasseerträge leisten genau so ihren Beitrag zu FABI. 


Was bringt mir FABI persönlich...
...auch wenn direkt an meinem Wohnort der ÖV nicht ausgebaut wird und ich nicht Bahn fare, profitieren wir alle von einer gut unterhaltenen Bahninfrastruktur.
  • ein guter ÖV trägt zu einer guten Verteilung der Güter/Pendler auf Strasse und Schiene bei
  • wenn ich den ÖV benutze fahre ich meistens in ein Zentrum. So profitiere ich direkt und indirekt von FABI
  • mehr und schnellere Verbindungen in das Zentrum
  • weniger Verspätungen - bestehende Gleise, Signale werden verbessert und ausgebaut
  • bessere Verbindungen - Anschlusszüge (die abgewartet werden) sind schneller im "Hauptbahnhof"
  • gut/besser ausgebaute Bahnhöfe - mehr Platz beim Ein-/Aus-/Umsteigen

Mehr Informationen über die konkreten Vorteile...

LINK  ➣ FABI JA
LINK  ➣ Informationen der Regierung







Dienstag, 14. Januar 2014

Abtreibung ist keine Privatsache - die Initiative eine Zwängerei

Geht es wirklich...
...nur um den finanziellen Aspekt? Auf der Kampagnenhomepage wird es so dargestellt. Im Argumentarium wird aber mehrfach von Prominenten und weniger prominenten PolitkerInnen die Gewissensfrage gestellt und genau darum geht es. Für viele Menschen aus dem christlich, frommen Lager ist die Abtreibung Mord am ungeborenen Leben und so mit der Bibel bzw. dem christlichen Glauben nicht zu vereinbaren. Warum soll aber genau diese Ansicht im Gesetz verankert werden?

Mit welchem Recht verlangen die Befürworter, dass die "christliche" Sicht die einzig richtige ist? Abtreibung ist definitiv keine Privatsache, der Vater, die Mutter, deren beide Familien und je nach Situation weitere staatliche und soziale Stellen sind involviert.


Abtreibung ist keine Krankheit - Schwangerschaft aber...
...auch nicht. Wenn die Abtreibung nicht mehr durch die Krankenkassen getragen werden soll, dann konsequenterweise die fianzielle Unterstützung durch die Krankenkassen bei einer Schwangerschaft auch nicht. Es gibt einige Menschen, die sich die Kosten für einen Abbruch leisten können. Ich behaupte aber Mal, es gibt auch viele Menschen die nicht einfach so CHF 700.00 aus dem Hut zaubern können.

Was passiert, wenn der Abbruch nicht mehr durch die Krankenkasse getragen wird? Abgetrieben wird trotzdem, wo, wie und unter welchen Umständen ist fraglich. Was passiert mit dem jungen Mädchen dass vom Freund und der Familie verstossen wurde?


Es gibt genügend Hilfe...
...eine Schwangerschaft heisst in der Schweiz nicht der finanzielle Ruin. Dann frage ich mich aber von wo her die zahlreichen alleinerziehenden Mütter herkommen, die knapp über oder unter dem Existenzminimum sich und ihre Kinder durchbringen? Es gibt finanzielle Unterstützung - aber genau die PolitikerInnen welche diese Sozialleistung kürzen sind unter den Befürwortern der Initiative zu finden. Kein Wunder fühlen sich Frauen so verarscht.

Ja, es gibt Unterstützung, fachlich und finanziell - aber dafür müssen die werdenden Mütter oft einen Marathon durch zahlreiche Ämter und Stellen absolvieren. Wenn sie Pech haben fallen sie trotzdem durch die Maschen unseres Sozialstaates.


Es gibt nur den Weg der Bibel...
...alles anderen Meinungen sind gottlos und zu verwerfen. Zugegeben so direkt sagt das niemand aber indirekt meinen es viele so. Nach der Gewissensfrage bei den Abtreibungen ist das nächste Argument der Mord am ungeborenen Menschen (Leben).  Selbst die Wissenschaft und  die Theo- und andere -logen nicht einig sind wann genau aus einem Ei ein Mensch wird.

Darum muss ich aus Respekt gegenüber meinem Mitmenschen auch andere Meinungen anerkennen. Auch wenn ich sie nicht gutheisse haben diese Ansichten ihre Daseinsberechtigung. Ich habe kein Recht, meinen Standpunkt zum Gesetz zu erklären.


Ich bestimme über meinen Körper...
...ist ein Arugment der Kampagne von den JUSOS. Aufgrund meiner eigenen Missbrauchserfahrungen stimme ich dem zu. Es hat niemand das Recht über meinen Körper zu bestimmen. Die Initiative ist so sicher keinen Angriff auf meinen Körper. Sie kann aber durchaus als solchen gesehen werden, wenn ich wegen Gesetzesbestimmungen einen Schwangerschaftsabbruch nicht durchführen kann.


Warum gibt es keine Initiative...
...die schwangeren Frauen (einkommensbedingt) umfassende fachliche und finanzielle Unterstützung zusichert? Könnte es sein, dass auf diesem Weg weniger Abtreibungen durchgeführt werden als mit einer rigorosen Einschränkung der Schawangerschaftsabbrüche? Wäre das nicht ein christlicheres Ziel als indirekt die Abteibung zu verbieten?

Aufgrund von Steuergeschenken und gezielten Abbau an unserem Sozialsystem vorwiegend durch bürgerlich rechte PolitikerInnen (SVP, EDU) hätte eine solche Initiative wohl kaum Aussicht auf Erfolg. Krass ausgedrückt kostet es den Staat weniger eine Abtreibung zu finanzieren als eine Frau in der Kindererziehung zu unterstützen.  M.M. eine bedenkliche Entwicklung.


Das Gewissen... 
der Hebammen sollte aber genau so respektiert werden wie das Recht der Frauen über ihren Körper zu bestimmen. Es kann nicht sein, dass jemand aus Gewissensgründen berufliche Konsequenzen zu befürchten hat. Genau so wie ich diese Initiative ablehne würde ich eine ablehnen die eine Abtreibung ohne Einschränkung zulässt.


Die Initiative untermauert...
...m.M. das Bild welches (wir) Christen in der Öffentlichkeit abgeben. Engstirnig, überheblich um nur zwei von zahlreichen Klischees zu erwähnen. Und wir haben nichts besseres als diese Vorurteile zu Hegen und Pflegen damit sie stetig wachsen. Mich erschreckt immer wieder wie hart und herzlos Gläubige werden, wenn es darum geht, neben ihrer Glaubensauffassung andere Ansichten zu respektieren. Kein Wunder müssen z.B. homosexuell empfindende Menschen extreme,  Anfeindungen, Verurteilungen von ihren lieben Geschwistern erdulden (Beispiel)


Ich glaube...
...(auch wenn es mir schon abgesprochen wurde) an Gott und dass Jesus all den ganzen Scheissdreck, den ich erleben musste für mich am Kreuz miterlebt und -getragen hat. Wir haben die Aufgabe das Leben zu schützen. Eine Abtreibung sollte nach Möglichkeit verhindert werden - aber nicht mit Gesetzen und Verboten sondern mit echten Alternativen.


Lesenswert...
... der Beitrag auf ChristNet zum Thema
http://christnet.ch/de/content/9-februar-2014-ist-abtreibungsfinanzierung-privatsache








Mittwoch, 25. Dezember 2013

Fragen zu MS Office mit Google beantworten

Google weiss...
...(fast) alles. Speziell bei der Arbeit mit den Officeprogrammen finde ich über Google schneller und einfacher Hilfe und Erklärungen. Wie füge ich eine Seite im Querformat ein? Wie unterdrücke ich auf der ersten Seite die Kopf- und Fusszeile. Irgendwie habe ich mal gehört, dass das möglich sein soll. Aber wo diese Funktion versteckt ist weiss ich nicht. Google weiss es sicher. Aber wie frage ich richtig, dass ich auch die passende Antwort erhalte?

Such-Operatoren...
„Text in Anführungszeichen" 
Anführungszeichen erzwingen die Suche nach dem Text, der sich dazwischen befindet. So lässt sich nach (Teilen von) Sätzen suchen. Die Wortfolge „Sie predigen Wasser und trinken Wein“ findet Seiten, in denen alle eingegebenen Worte genau in dieser Reihenfolge vorkommen. SO sieht das aus.
NOT
oder das Minuszeichen (-) vor dem Suchbegriff bewirkt, dass der folgende Begriff nicht vorhanden sein darf: So liefert Tower Bridge -London eine Liste mit Seiten, auf denen die Brücke nicht aber das Wort London enthalten ist. Achtung, bei der Google Suche werden automatisch auch Bilder eingeblendet, dort funktioniert dieser Such-Operator nicht. Tower Bridge mit London sieht SO aus und ohne London SO.
AND
oder das Pluszeichen (-) vor dem Suchbegriff bewirkt, dass die folgenden zwei (oder mehr) Begriffe vorhanden sein müssen. So liefert Restaurant "alle" Restaurants von der Schweiz und Restaurant+Uttigen diejenigen vom Dorf zuerst. Das sieht SO ohne und SO mit Uttigen aus.
Weitere Operatoren
gibt es einige, viele sind bei Google nicht (mehr) nötig. Der Begriff OR (oder) kann man vergessen, weil Google automatisch Ergebnisse liefert bei denen mind. einer der gesuchten Begriffe enthalten sind.

Wie formuliere ich meine (Office) Suche... 
1. Das Programm und die Version
Als ersten Begriff geben Sie das Programm und die Version an, mit dem Sie arbeiten. Z.B. Word 2003, Word 2010 oder Libre Office Writer. SO sieht das aus
2. Was sie tun wollten - und nicht konnten oder suchen
Nun geben Sie ein, nach was für einer Funktion Sie suchen. Z.B. Word 2010 Seite Querformat. Google zeigt Ihnen eine automatische (oft sinnvolle) Ergänzung an. In diesem Falle Word 2010 Seite Querformat andere Hochformat Das Ergebnis dieser Suche sieht SO aus.
3. Nicht das erste Ergebnis ist das Beste
Verweise auf Seiten von Microsoft sind gut und sinnvoll aber mir ist die Homepage eines 08:15 Benutzers lieber, das sind die Erklärungen oft verständlicher und ausführlicher. Leider schaffen es immer wieder Seiten mit (weiterer) Software oder Suchmaschinen in die ersten Ränge. Ein Blick auf die URL schadet nie.
Welche Seiten finde ich gut
Meine persönliche Meinung: Die Erklärungsvideos welche innerhalb der Google Suche gezeigt werden können nützlich sein. Ich persönlich ziehe "normale" Seiten vor. Teilweise kann man Lösungen (z.B. Formeln in Excel) mit Kopieren und Einfügen gleich 1:1 verwenden. Foren sind OK, die Antworten sind aber oft ausschweifend. Was ich gar nicht mag sind Seiten wie gute Frage, clevere Antwort u.ä. Meine Empfehlung: Seite von Computerzeitschriften, Microsoft und private Liebhaberseiten. Für die besten lege ich mir ONLINE ein Lesezeichen (Bookmark) an.
4. Wie suche ich, wenn etwas nicht geht
Um nach einer Lösung zu suchen, reicht es oft am Schluss der Suchbegriffe ein nicht möglich oder geht nicht einzusetzen. Die Seiten von Microsoft beschreiben nur wie etwas geht aber nicht was man tun muss, wenn etwas nicht geht. Die Antworten zu solchen Fragen werden in den "unzähligen" Benutzerforen gestellt und meistens auch beantwortet. Dazu überlege ich mir vorher wie die Mehrheit die Frage im Forum stellen würde.
Möglichkeit A: Leider liefert mir Word trotz tagelanger Suche keine brauchbare Lösung auf meine Frage wie ich den Fehler xxx beheben kann. SO sieht die Antwort von Google aus. (Das Ergebnis spricht für sich)
Möglichkeit B: Word 2010 Aktualisierung Inhaltsverzeich nicht möglich (oder funktioniert nicht). Die Ergebnisse wenn man SO fragt sehen anders aus.
 5. Ich suche eine Zusammenstellung versch. Funktionen
Die Ergebnisse der Google-Suche listen den 1. Suchbegriff auch an erster Stelle auf. Wenn ich eine Zusammenstellung von Programmfunktionen will, suche ich SO: liste funktion excel 2010 und nicht SO Excel 2010 Liste Funktion. Die Ergebnisse sind z.T. identisch, die Sortierung ist meistens besser.

Ich bin...
...kein Computerexperte oder wie viele sagen Freak. Meine Frau gab mir den Übernamen Gameboy und der trifft es am nächsten. Ich probiere gerne aus, spiele mit einem Programm und lerne es so kennen. So lerne ich spielend. Es freut mich, wenn ich mit meinen alltäglichen Tricks dem sogennanten 08:15 User helfen konnte.






Samstag, 7. Dezember 2013

Was ist frommer, christlicher Sex nicht?

Kein Sex...
...vor der Ehe ist eines der Klischees welches immer wieder verwendet wird um negativ über Menschen zu sprechen, die ihren christlichen Glauben aktiv leben. Ein anderer Spruch, den ich hasse wie die Pest: "Sex ist von Gott und gehört in die Ehe". Obschon es durchaus Kirchen gibt, die mit dem Thema offen und konstruktiv umgehen, ist es immer noch das grosse Tabuthema unter Christen. Ich habe noch nie ein Prediger gehört, der im Gottesdienst über Erektionsstörungen gesprochen hat.

Wir leben in einer gefallenen Welt...
...ist ein beliebter Spruch in Predigten, um sich und seine Kirche von der verkommenen, perversen Welt abzuheben.  Die einzig wahre moralische Instanzen sind Gott und die Bibel. Das gibt anscheinend vielen gläubigen Menschen das Recht, mit ihren (schmutzigen) Fingern auf die schmutzige Welt zu zeigen. Man versteckt sich hinter der Bibel. Es steht geschrieben oder Gott hat gesagt wird stattdessen vorgeschoben. Wer Menschen im Namen der Bibel verurteilt, hat vom Evangelium nichts begriffen.

Sex wird in den Predigten...
...zu 95% aus der Sicht der Versuchung, Verführung und der Sünden thematisiert. Ich habe noch keine gehört in der es um Erotik geht obschon es solche Stellen durchaus in der Bibel gibt. Es wäre doch mal etwas anderes, einer Bibelauslegung über das Hohelied Salomons und deren Umsetzung in der Praxis beizuwohnen.

Als Single und Christ...
...hatte ich, wie jeder Mensch, auch sexuelle Gefühle. Wie ich damit aber umgehen soll, konnte mir niemand aus dem frommen Lager wirklich erklären. Ich behaupte Mal jeder Mann reagiert auf Bilder. Sie und vieles mehr sind im Internet für alle frei zugänglich. Man(n) wird dadurch erregt. Das ist ein körperlicher Vorgang den man(n) nicht wegbeten kann. Ist es also OK wenn ich als Mensch (und Christ) Pornografie konsumiere um mich sexuell abzuregen?

Die christliche Aufklärung...
...über den Umgang mit sexueller Erregung  ist ein Witz von A - Z. Über Beten, Bibellesen, Selbsthilfegruppen bis zum Seelenstriptease, sogenannte gottefälligen Vorschläge gibt es viele, doch was am Schluss bleibt, ist das Gefühl - und das kann ich nicht abschalten.

Pornografie hat...
...sehr viel mit Sklaverei, Ausnutzung, Missbrauch u.a. zu tun. Aus Spass am Sex und freiwillig gibt sich dafür meiner Meinung nur eine verschwindend kleine Minderheit hin. Als Konsument vor dem PC, TV oder im Bordell unterstütze ich damit diese Ausbeutung. Somit sollten sich alle und nicht nur Christen überlegen ob sie zu dieser Entwicklung beitragen wollen.

Eine Lösung habe ich...
...leider auch nicht. Auch wenn viele Fromme das behaupten, für mich ist Selbstbefriedigung keine Sünde! Wie man(n) sich dabei Erleichterung verschafft muss jeder mit sich selber ausmachen. Lesen von erotischer Literatur ist eine Möglichkeit. Auf jeden Fall rate ich allen verfreundeten oder verheirateten Männern dringend, darüber mit den PartnerInnen zu sprechen, denn sonst fühlen sich diese zu Recht hintergangen. Nicht im Stiel von "ich habe ein Problem" sondern "ich habe ein Bedürfnis/Wunsch"

Warum ist die Stellung...
...beim Sex kein Thema im (christlichen) Hauskreis? Was spricht dagegen, wenn sich zwei fromme Ehepaare darüber austauschen, welche Stellung ihnen besonders gefällt? (Natürlich, wenn kein Single da ist, der sich dadurch ausgeschlossen fühlt). Warum kann ein schwuler Christ nicht offen über seine Probleme mit seinem Lebenspartner sprechen? Mann darf sich der Lust nicht hingeben. Sex gehört in die Ehe und wird dort besprochen und behandelt. Höchstens der Seelsarger Pardon Seelsorger oder Paartherapeut bekommt davon noch etwas mit.

Schweigen kann tödlich sein...
...vor allem für Opfer von sexuellem Missbrauch. Wenn diese in einer Umgebung aufwachsen wo alles Sexuelle grundsätzlich teuflich ist, wagen sie sich noch weniger Hilfe zu holen. Sex ist ein Geschenk von Gott- reden wir darüber wie wir damit umgehen und wie wir ihn erleben.



Es gibt auch Licht...
...zum Glück gibt es einige Gemeinden wie z.B. die Vineyard Basel u.a. die sich der Diskussion stellen, offen und konstruktiv mit dem Thema umgehen. Aus meiner Erfahrung sind es aber noch immer viel zu wenige aus dem frommen Lager.



Sonntag, 24. November 2013

Hat die christliche Partei EDU (BE) ein Alkoholproblem?

Zumindest im Kanton Bern...
...könnte man es meinen. Neben den bürgerlichen Parteien und der achso volksnahen SVP haben die EDU Grossräte im Kanton Bern geschlossen für eine 50prozentige Erhöhung ihrer Entöhnung. Im Leitbild der EDU steht, dass sie sich für einen schuldenfreien Staat einsetzen. Die Grossräte setzen überall den Rotstift an, nur nicht bei sich selbst. Das empfinde ich als unglaubwürdig und ein Schlag in das Gesicht von allen, die das Geld vom Staat dringend(er) nötig hätten als ein paar Berner PolitikerInnen. Sie predigten Wasser, aber tranken Wein. Dieser Spruch stammt nicht aus der Bibel, passt aber hier sehr gut. Knapp 50% mehr Lohn reicht für sehr viel mehr Wein.

Ein bezahltes Sozialsystem...
 ...steht im Leitbild der EDU. Mit ihrer Politik bürgerlich-rechten Politik verunmöglichen sie aber dem Staat, dass er sein Sozialsystem bezahlen kann. Die EDU im Kanton Bern sitzt mit 5 Männern, 4 davon Selbständigerwerbende, im Grossrat. Ich kann mich irren, aber Menschen mit eigenem Betrieb sind für möglichst wenig Staat und wenig Steuern.

Steuerabzüge für Betreuung der Kinder...
...durch die Eltern, hat die EDU zusammen mit der SVP in der Familieninitiative gefordert. Dabei blendet die christlichen PolitikerInnen wieder einmal mehr aus, dass ihr Idealbild einer heilen Familie überhaupt nicht mehr der Realität entspricht. Von woher soll das Geld kommen? Da schweigt sich die EDU wie die SVP aus. Man spart bei Bildung und den Menschen die sich nicht wehren können, aber nicht bei sich selber. Meiner Meinung kein sehr christlicher Gedanke...

Komplett im Leitbild der EDU fehlt...
...die angestellten Bevölkerung. Geschrieben wird von KMUs und von Fachkräften. Aber alle anderen bleiben unerwähnt. Einen grosser Teil der EDU WählerInnen sind Menschen, die den christlichen Glauben aktiv leben und die sich eine gottbestimte Politik wünschen. Ist damit aber gemeint, dass man(n) eine bürgerliche Politik, noch weiter rechts als die SVP betreibt?

Ich habe meine Augen...
...voller Balken (Bibel Matthäus 7.3), bin weder fehlerlos noch perfekt und trotzdem nehme ich mir das Recht, meine Meinung zu politischen und christlichen Themen zu äussern. In frommen Kreisen ist es verpönt und in manchen Gemeinden (fast) verboten,  den Pfarrer - oder in diesem Fall die EDU Politiker zu hinterfragen. Wenn sich jemand öffentlich äussert, in der Politik oder in einem BLOG, dann muss er sich meiner Meinung nach der Kritik zu dem was er sagt oder schreibt stellen. Schon viele Freikirchen haben immer sektenhaften Züge angenommen oder sind zu einer mutiert nur weil niemand wagte Fragen über die Leitung zu stellen.

Natürlich hat die christliche Partei...
...EDU vom Kanton Bern kein Alkoholproblem. Ich haben den Titel nur als Aufmacher verwendet um einen Vergleich zum Sprich- (nicht Bibelwort) sie predigten Wasser und tranken Wein zu ziehen.

Mittwoch, 2. Oktober 2013

Die blaue Zora

Heute hat es die SBB auf mich abgesehen. Gut, an die Stellwerkausfälle im Bahnhof Stadelhofen habe ich mich unterdessen gewöhnt, aber eine technische Störung und Mitten im Tunnel geht über mein tägliches Pendlerstresslevel. In einem Zug ist definitiv kein Ort zum chillen. Zum Glück scheint die Bahn ihre Stromrechnung bezahlt zu haben. Das Licht geht nicht aus. Ohne meinen Kopf zu bewegen, beginne ich meine nähere Umgebung abzuchecken. Der Geräuschpegel ist im Moment noch auf iPhone Lautstärke. Die meisten hängen ihren Gedanken nach, was für Essen sie in die Mikrowelle schmeissen werden, nur damit sie mehr Zeit haben um sich für den Ausgang zu stylen. Das Klischee wird vollends ausgelutscht als ich zwei Bierflaschentypen höre über das Fussballspiel zu diskutieren als hätten sie eine Trainerlizenz.

Als ich die Augen weiter drehe, fühle ich mich plötzlich wie gelähmt. Ähnlich wie Verbrecher die in schlechten amerikanischen Krimis getasert werden, erstarre ich. Beschossen werde ich von meiner Banknachbarin, die von ihrem Buch aufblickt. Wenn ich meinen Kopf ein wenig zur Seite neige, sieht man sicher Brandlöcher im Sitzpolster hinter mir. Ich hasse pendeln. Es ist, wie die Menschen versuchen, mir die Kehle zu zuschnüren, um mich anschliessend in einer Ecke zu zerquetschen. Darum vermeide ich aus Prinzip jeden Kontakt. Meine Zeit im Zug verbringe ich am liebsten sprachlos. Warum ich es an diesem Tag nicht getan habe, frage ich mich noch Heute.

"Wollen sie mich erschiessen?" Weiss Gott, was mich zu so einer provozierenden Frage bewogen hat. Erstaunt zieht sie ihre Augenbrauen hoch. "Die Verantwortlichen für diese Pannenserie wären wohl ein lohnenderes Ziel", meint sie mit einem abweisenden Blick und senkt ihre Augen wieder hinter ihren Buchdeckel. "Wobei sie mich sicher getroffen hätten." "Das kommt auf den Pfeil an." Diese Augen blicken mich wieder an. Was ist bloss in mich gefahren. Normalerweise frage ich nicht einmal ob der Platz noch frei ist und setze mich einfach. Nun bin ich in der Falle, kneifen geht nicht. "Ihr Augenblick reicht für eine Ewigkeit."

"Wenn sie meinen, mich auf die poetische Art anmachen zu können, vergessen sie es ganz schnell. Ein guter Text übt sicher eine gewisse Anziehungskraft auf mich aus, aber dadurch kommen wir uns höchstens literarisch näher." "Das Körperliche ist vergänglich, ein Gedicht lebt ewig. Ich kann sie beruhigen, in diesem Jahr hat mich ausser meinem Hausarzt niemand mehr wirklich berührt und ich gedenke nicht, das zu ändern." Jetzt scheine ich ihr Interesse geweckt zu haben, obschon ich eigentlich genau das nicht wollte. Sie steckt ihr Buch in die südamerikanische Umhängetasche. "Ein Mensch stirbt, wenn er keine körperliche Berührungen erfahren kann." "Dem will ich gar nicht widersprechen. Mein vierzigster Geburtstag werde ich voraussichtlich nicht erleben. Ich leide an einer unheilbaren Erbkrankheit. Meine Nervenden bilden sich langsam zurück und ich verliere schrittweise die Kontrolle über meinen Körper. Das alles erlebe ich sozusagen hautnah mit ohne etwas dagegen unternehmen zu können."

Normalerweise sehe ich danach Unverständnis oder Bedauern und manchmal auch ein paar Tränen in den Augen die mich anblicken. Nicht so bei ihr, der Blick bleibt unverändert. Ich spüre aber, dass da mehr ist als diese nachdenklichen, durchdringenden aber doch tiefgründigen Augen. "Mein Bauchgefühl sagt mir, dass der Atem des Todes auch schon durch ihre Haare strich." Auch jetzt zeigt sie, mit Ausnahme einer hochgezogenen Augenbraue keine Reaktion.

"Ich weiss, dass sie das nicht erraten sondern gespürt haben". Ihre Stimme tönt etwas abwesend. So als ist sie mit ihren Gedanken bei den Personen, die aus ihrem Leben schieden.  "Mein Bruder zog nach 3 Tage auf dieser Erde um in den Himmel. Bitte grüssen sie ihn ganz herzlich wenn sie oben ankommen." "Warum diktieren sie mir nicht einen Brief, ich werde ihn liebend gerne mitnehmen und ihn im Himmel vorlesen."

Bereits vor meiner tödlichen Diagnose hatte ich ein besonderes Verhältnis zum Tod. Vorher war er mein Nachbar, doch jetzt habe ich ihn eingeladen, bei mir zu wohnen, dass er schnell einschreiten kann, wenn es so weit ist. Oft habe ich mit dieser Einstellung mein Umfeld vor den Kopf gestossen aber nicht sie. Wie sie wohl heisst?

"Übrigens, ich bin Markus, wie darf ich sie nennen? Menschen die ich einlade, meine Seelenwohnung zu erkunden spreche ich gerne mit Namen an." "Ich bin Zora." Eigentlich habe ich damit gerechnet wieder eine Abfuhr zu erhalten. Sich vorstellen, steht auf der Rangliste der plumpsten Anmachvarianten ganz hoch oben. Doch sie scheint mir zu glauben, dass ich wirklich nichts anderes will als reden. "Die Krankheit wurde bei mir mit 18 Jahren diagnostiziert. Sozusagen als Geschenk zu meiner Volljährigkeit erhielt ich mein voraussichtliches Todesurteil. Sagt dir der Name friedreichsche Atataxie etwas?" "Ja, das tut er, ich arbeite in der Pflege." "Oh, Entschuldigung, dann langweile ich dich zu Tode." "Nein es geht schon, ich werde mich vor dem Ableben melden."

"OK, dann bin ich beruhigt. Irgendjemand irgendwo hat beschlossen, mir eine weitere Gnadenfrist zu gewähren. Bis jetzt hatte ich erst einen Schub. Mit der Gehhilfe überhole mein Patenkind nicht mehr, aber ich bin froh geht es überhaupt noch. In der Schule wurde ich wegen meinem Gang nur der Pinguin genannt. Als nächstes werde ich wohl aber für immer im Rollstuhl Platz nehmen."

Mir scheint als habe jemand ein Licht in ihr angezündet. Ähnlich wie in SCIFI Filmen Drohnen aus dem Schlafmodus geholt werden, bewegen sich ihre Augen um ein vielfaches mehr und ich werde von oben bis unten gescannt. Doch nicht nur oberflächlich, ihr Blick dringt tief in mein Inneres. Sie öffnet sogar mein Erinnerungssafe, den ich ganz hinten in meinem Leben versteckt habe. Normalerweise versetzen mich solche Menschen in Panik, es läuten alle Alarmglocken und der Sicherheitsvorhang geht runter. Aber nichts von all dem. Obschon ich Zora überhaupt nicht kenne, fühle ich einen Respekt von mir und meiner Geschichte wie noch nie zuvor.

"Das Leben kannst du nicht festhalten. Ich habe es versucht, und dabei kläglich versagt. Mein Bruder und auch meine Mutter haben nicht auf mich gehört und sind einfach gegangen. Auch wenn man noch so sehr hofft und bittet, genützt hat es nichts. Sie sind beide nicht mehr da. Manchmal, wenn ich der Thur entlang wandere fühle ich ihre Nähe. Dann drehe ich mich bewusst nicht um und stelle mir vor sie gehen mit mir spazieren."

Ich weiss nicht ob das Stellwerk die Therapiesitzung erfolgreich hinter sich gebracht und plötzlich nicht mehr gestört ist. Möglich auch, dass der böse Tunnelgeist vom Bahnhof Stadelhofen beschlossen hat, uns nicht mehr zu quälen. Der Lautsprecher faselte etwas von Entschuldigung, die jeder erwartet aber niemand wirklich befriedigt. Auf jeden Fall setzt sich der Zug wieder in Bewegung in Richtung Tunnelausgang.

Zum ersten Mal in meinem Leben wünschte ich mir, dass ich noch länger in der S-Bahn zu sitzen. Dafür nähme ich sogar eine längere Störung in Kauf. Gerade als das Gespräch an Tiefgang gewinnt und wir wie zwei Taucher auf den Grund unserer Seelen abtauchen, werden wir wieder an die Oberfläche gezogen. Sie verschliesst ihre Seele wieder mit diesem Blick, den mich am Anfang so fasziniert hatte. "Ich bewahre ihn auf und nehme ihn erst wieder in die Hand wenn wir uns das nächste Mal über den Weg laufen." "Nein, du hast den Schlüssel zu meiner Seele nicht gefunden. Ich habe die Türe freiwillig geöffnet." Sie steht auf, packt ihre Sachen zusammen und drückt sich in die Menschenmasse vor dem Ausgang. Das letzte was ich von ihr sehe ist ihr blauer Schal.


Die Geschichte widme ich meinem Freund Daniel Messerli, der kurz vor seinem vierzigsten Geburtstag an der Friedreich Ataxie starb und @zoradebrunner die mich dazu inspirierte.